Nachlese Rallyesprint EU 2007
Für noch keine Veranstaltung an der RTS teilnahm waren die Vorbereitungen so aufwendig. Noch nie hatten wir an einer Nationalen A-Veranstaltung teilgenommen. Noch nie waren wir vorher so aufgeregt! Was mußte nicht alles noch erledigt werden um teilnehmen zu können und bis zur Veröffentlichung der Starterliste war ja auch ungewiss ob wir überhaupt zu den 40 glücklichen zählen würden die diesem erlauchten Kreis angehören.
Am 15. abends wurde alles gepackt, der S2 auf den Anhänger geladen (der uns wie immer von unserem Sponsor, Autohaus Garbenteich, zur Verfügung gestellt wurde) und nach einer fast schlaflosen Nacht ging es dann um 9 Uhr los. Treffpunkt Shelltanke in Gießen mit unseren freunden Weber/Vetter. Eigentlich hätten die danach schließen können
A6, Audi 80,S2, Evo,A6, Servive LT, WoMo und jede menge Kanister wurden befüllt…
Dann ging es auf die A5 Richtung Alsfeld und um 11 waren wir dann auch in Storndorf. Gut das wir so früh los sind, denn so ergatterten wir uns noch einen tollen Serviceplatz. Sofort ging es mit dem Aufbau los und schnell stand unsere kleine “Zeltstatt”. Es war saukalt aber trocken und die Wiesen waren weis bezuckert. Für uns also eigentlich nur Neuland.1. Nat. A, 1. Winterrallye, 1. Nachtprüfung, 1. Show-Veranstalltung usw..
Eigentlich herrschte ein Thema vor: welche Reifen fährt man??? Da meine Auswahl da eher begrenzt ist, stellte mir Matthias Weber noch einen Satz M+S zur Verfügung den Er auf der “Taunus” schon gefahren war. Paddy und Gunnar montierten aber erstmal meine “weichen” Dunlop, da es auf dem Asphalt trocken war bzw. nur feucht.
Lisa und Wolfgang waren dann schon bei der Papierabnahme während wir den S2 schon auf die “Technische” vorbereiteten. Dann der 1. Schreck – die Batterie ist alle. Schnell überbrücken und 20 Min. laufen lassen. Die Abnahme bringen wir zusammen mit Timo Bernhard hinter uns. Der Porsche Werksfahrer, normalerweiße mit einem Porsche Spyder in der ALMS unterwegs (und da auch gerade Meister geworden), der gerne mal just for fun mit einem Golf Kit Car Rallye fährt, ist mit demselben vor uns dran. Während die “technischen” das Auto checken, können wir plaudern – ein netter Kerl, der sich freut das es im Rallyefahrerlager etwas lockerer zugeht als bei den Profis. Ihm sollte später die gleiche Kurve…
Den Aufschrieb machen wir im A6 und freuen uns auf den Shakedown. Als wir an den Start gehen ist es schon dunkel – aber wir haben den S2 mit entsprechender Beleuchtung versehen. In der 1. Kurve dann schon das erste Ahaerlebnis: Reifen kalt, bremsen kalt aber es geht noch gut. Dann sagt Lisa 500 li 2- an und es geht bis in die 6. Welle – und “ankerwerfen” – aber weit hinten in den Wiesen ist die Feuchte gefroren – die Straße Weis!! Obacht!! Ging aber gut – Anker war rechtzeitig draußen. Übergang auf Schotter, re 3 voll bergauf über Kuppe 200 li 2 Übergang auf Teer. Der erste Dreher, denn auf dem nassen Schotter/Erdeweg will der S2 überhaupt nicht langsamer werden. Die Einfahrt in das Motodrom ist dann schon ein Erlebnis aber mit den Rennreifen ist es wie fahren auf Eis. So fahren wir direkt raus in den Service und wechseln auf die Michelin. Damit geht es dann viel besser! Wir sind flott unterwegs und ich versuche herauszufinden was die Reifen so draufhaben. Lisa sagt eine bergab 3- an und ich gehe wie gewohnt voll in die “Eisen”, doch weil schon soviel Schlamm auf der Fahrbahn liegt habe ich das Gefühl wir werden schneller statt langsamer. Hektische Versuche den S2 noch irgendwie um die Kurve zu bringen scheitern. Und so schlagen wir doch ziehmlich heftig in eine Hecke ein, unter der sich auch noch eine stabile Böschung verbirgt! Nachdem sofort die Streckenposten da sind und sich nach unserem Ergehen erkundigen, dauert es sicher 15 Min. (es kam mir wie eine Stunde vor) bis wir rückwärts aus dem Graben gezogen werden. Nun kann ich schnell schauen was kaputt ist und die Hoffnung weitermachen zu können ist der Realität gewichen: Es ist vorbei! Vorbei bevor es richtig angefangen hat! Tiefe Endtäuschung macht sich breit.
Auf der Ladefläche des Pick up fahren wir noch mit bis ins Motodrom – dann beginnt der lange Fußmarsch durch die Zuschauer bis zum Service. Viele Fragen müssen beantwortet werden. Per Handy habe ich die schlechte Nachricht schon gemeldet – und dementsprechend lang sind auch da die Gesichter.
Nach der SS 1 holen wir dann mit Max den S2 ab. Das rechte Vorderrad blockiert und Paddy muß die Luft ablassen damit wir den S2 in den Service ziehen können.
Max und Wolfgang begutachten den Schaden und meinen wir könnten das in einer Nachtschicht evtl. hinbekommen. In aller Eile beginnen wir kaputte Teile abzubauen und verschiedene Rallyekollegen bieten Hilfe an! Doch nach kurzer Absprache mit meinem Co blasen wir die Aktion ab. Lisa verspürt schon starke Kopfschmerzen und auch die Nackenmuskulatur macht sich bemerkbar. Ist wohl ein typisches Schleudertrauma – und so macht das keinen Sinn. Wir beschließen: aufräumen und am Nächsten Tag unser “Schwesterteam” zu unterstützen. In der Nacht habe ich dann die gleichen Symthome und so war es die richtige Entscheidung.
Max und Wolfgang bieten eine tolle Show mit Ihrem Evo 6 und erreichen einen tollen 6. Platz in diesem Starken Feld!! Herzlichen Glückwunsch dazu von RTS und vielen Dank für alle Unterstützung!!
Daniela bemerkte dann das wir uns mit Startnummer 23 auf der “Grabfeld” überschlagen haben und nun beim Rallyesprint wieder mit Nr. 23 in die Böschung… Ich glaube ich mag diese Startnummer jetzt nicht mehr – auch wenn diese schließlich nichts dafür kann!!!!
So wollten wir die Saison 2007 nicht beenden! Aber nun wird es uns sicher über den Winter nicht langweilig!
LG, Euer “Sonny” & “Speedy”